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Projekt "Versöhnung vernetzt"

28. Aug.
3 Min. Lesezeit

Die Fachstelle Religionspädagogik hat das Projekt «Versöhnung vernetzt» ins Leben gerufen und dies mit einem klaren Ziel: Neues anzustossen, einen wichtigen Aspekt in der basellandschaftlichen Katechese wiederzubeleben und neue Zielgruppen zu erreichen. Andrea Vonlanthen, Leiterin der Fachstelle Religionspädagogik, sieht darin zudem die Chance, Impulse zu setzen, die über das Projekt selbst hinauswirken und eine nachhaltige Strahlkraft entwickeln.


Für die operative Umsetzung dieses Themas konnte mit Frau Dr. Moni Egger eine erfahrene und ausgewiesene Projektleiterin gewonnen werden. Mit ihrer Expertise bringt sie beste Voraussetzungen mit, um das Projekt zielgerichtet voranzutreiben und mit Leben zu füllen.

Doch was ist geplant und welche Ideen bringt die neue Projektleiterin mit? Im Interview spricht Andrea Vonlanthen (AV), mit Dr. Moni Egger (ME) über ihre neue Aufgabe, ihre Pläne und ihre ersten Eindrücke.


Unterstützt die Fachstelle Religionspädagogik: Dr. Moni Egger (Foto: Roberto Conciatori)
Unterstützt die Fachstelle Religionspädagogik: Dr. Moni Egger (Foto: Roberto Conciatori)

AV: Moni Egger, wer bist du und was sollten die Leser:innen des Newsletters unbedingt über dich wissen?

ME: Als Theologin, als Dozentin und als Erzählerin beschäftige ich mich fast täglich mit der Bibel, ihren Geschichten, ihren Sprachen und den vielen Zwischentönen, die sie birgt. Sie öffnet mir Denk- und Sprechräume, die ich gerne mit anderen zusammen erkunde.


AV: Worum geht es bei deinem Projekt kurz erklärt?

ME: Vertrauen und Versöhnlichkeit. Es ist eine Einladung zum gemeinsamen Nachdenken über das, was jeden Menschen und unsere Gesellschaft trägt. Aber das Nachdenken soll nicht nur im Kopf passieren, sondern auch spielerischen und kreativen Ausdruck finden.

Oder etwas ausführlicher: Die klassischen "Versöhnungswege" bieten wertvolle Reflexionsmöglichkeiten. Für viele heutige Menschen schwingt bei "Versöhnung" aber ein moralischer Unterton mit, der wenig einladend wirkt. Sabine Brantschen hat diesen Gedanken bereits seit 2008 im Waldenburgertal aufgenommen und in einem Vertrauensweg erfolgreich umgesetzt.  Unser Projekt, für das wir noch einen stimmigen Titel suchen, setzt den Fokus ebenfalls auf "Vertrauen". In unserer krisengeschüttelten Welt ist Vertrauen überlebenswichtig. Religiöse Zugänge haben hierfür ein reiches Repertoire an Texten, Traditionen, Deutungsmöglichkeiten. Auf der Basis des grundlegenden Vertrauens, dass es "Gutes" gibt, kann eine Haltung von Versöhnlichkeit wachsen. Ich sehe das durchaus spielerisch: In verschiedene Rollen schlüpfen, unterschiedliche Perspektiven einnehmen, die Wahrnehmung auf Ungewohntes lenken.

Auf diese Weise will das Projekt zu einem Prozess einladen, sich mit der eigenen und fremden Wahrnehmungen auseinander zu setzen und dabei das eigene Eingebundensein in die Welt zu reflektieren.


AV: Was hat dich dazu inspiriert, dieses Projekt in Kooperation mit der Fachstelle Religionspädagogik zu starten?

ME: Selbst bin ich nicht in der Pfarreiarbeit tätig. Die Zusammenarbeit mit der Fachstelle ergibt eine Win-Win-Situation: Ihre Kontakte führten mich nach Allschwil, wo just gerade jetzt ein neues Versöhnungskonzept angestrebt wird. So wurde Allschwil zum Projektort und eine erste Durchführung ist für die Fastenzeit 2027 geplant. Ausserdem kann über die Fachstelle breit kommuniziert und das Konzept weiteren Orten zugänglich gemacht werden.


AV: Wo liegt der Mehrwert an diesem Versöhnungprojekt? Wer profitiert und warum?

ME: Inhaltlich und auch von der Form her soll das Projekt verschiedene Bereiche verbinden:

  • Lernorte: die Impulse können im Rahmen von Religionsunterricht oder Erwachsenenbildung besucht werden. Ergänzend bieten liturgische Gefässe auch spirituelle und sakramentale Möglichkeiten.

  • Generationen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden angesprochen

  • Menschen: Die Durchführung in Allschwil ist ökumenisch getragen. Die Vielsprachigkeit der Bevölkerung soll in den Impulsen aufgenommen werden.

  • Traditionen und Zugänge: Die Impulse sind sowohl biblisch (aus den Psalmen) inspiriert als auch durch Märchen und moderne Texte oder Musik.

  • Ganzheitlichkeit: Es soll nicht nur Denk-, sondern auch vielfältige Fühl-, Spiel- und Ausdrucksmöglichkeiten geben.


AV: Warum ist die Beteiligung der Ortspfarreien wichtig und wie können sie konkret mitmachen?

ME: Meine Aufgabe ist es, ein Konzept zu entwickeln, das den theologischen und psychologischen Zusammenhang von Vertrauen und Glauben aufzeigt und erlebbar macht. Für den Bereich der Katechese ist ausserdem die sakramentale Anschlussfähigkeit von Bedeutung. Und ich hüte den Blick auf die Vielfalt und Vernetzung, die im Projekt angelegt ist. Gerade dazu braucht es aber zwingend die Kenntnis der Situation vor Ort: Welche Menschen können wie angesprochen werden? Welche Räumlichkeiten stehen zur Verfügung? Welche Themen beschäftigen aktuell? So arbeiten wir für die konkrete Umsetzung zusammen. Von römisch-katholischer Seite ist Sabina Bobst im Team, von evangelisch-reformierter Seite Sandra Breiter.


AV: Warum entlastet dieses Projekt die einzelnen Pfarreien?

ME: Für die Projektgemeinde besteht die Entlastung darin, dass sie die Konzeptarbeit weitgehend auslagern kann. Nach der ersten Durchführung und Evaluation derselben sollen die Projektbestandteile über die Fachstelle Religionspädagogik auch anderen Pfarreien und Kirchgemeinden zur Verfügung gestellt werden. Natürlich werden lokale Anpassungen trotzdem nötig sein. Aber eine wesentliche Vorarbeit ist dann bereits geleistet.


AV: Was erhoffst du dir persönlich von diesem Projekt?

ME: Mir persönlich tut es gut, mich mit Vertrauen und Versöhnlichkeit auseinander zu setzen und der Thematik auch im eigenen Leben nachzugehen – das merke ich schon jetzt nach nur wenigen Wochen Vorarbeit. Wenn es gelingt, etwas von diesem Gefühl auch anderen Menschen zugänglich zu machen, bin ich glücklich.

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